Kriegsmaterialproduktion stoppen!
Resolution verabschiedet an der Generalversammlung vom 28. März 2026
Im März 2025 wurde bekannt, dass die Thyssenkrupp Presta erwägt, Kriegsmaterial in Eschen zu produzieren. (Vaterland Online 2025c) Das geschah im Kontext einer weltweiten Aufrüstung und Militarisierung. Laut einem SIPRI Monitoring wurden 2024 679 Milliarden USD von den 100 grössten Rüstungskonzernen umgesetzt. Besonders zugenommen hat die Aufrüstung in den USA und Europa. («SIPRI Top 100 Arms Producers See Combined Revenues Surge as States Rush to Modernize and Expand Arsenals | SIPRI» 2025)
Die Presta steckt in der Krise. Bis 2026 sollen hauptsächlich am Standort Eschen 570 Stellen abgebaut werden. (Vaterland Online 2025b) Das liegt an der krisengeplagten deutschen Autoindustrie. Diese erfuhr im 3. Quartal 2025 einen Gewinneinbruch von 76% im Vergleich zum Vorjahr. («Deutsche Autoindustrie in der Krise - niedrigster Gewinn seit 2009 | tagesschau.de», o. J.)
Wohl darum hat sich die Presta entschlossen, tatsächlich die Produktion von Munitionshülsenaufzunehmen. Im November 2025 wurde bekannt, dass die Presta die notwendigen Bewilligungen vom schweizerischen Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erhalten und bereits mit der Produktion von Kriegsmaterialgütern, mutmasslich 155mm Granathülsen, begonnen hat. (Vaterland Online 2025a) Kriegsmaterialproduktion ist für Liechtenstein nichts Neues. Im 2. Weltkrieg wurde mit dem Verkauf von Rüstungsgütern viel Geld verdient. Damals in erster Linie mit dem Verkauf an Hitlers Nazideutschland, das diese gegen die Befreiungsarmeen der Alliierten einsetzten. Die Presta produzierte damals Munition fürs Dritte Reich. («ThyssenKrupp Presta AG – Historisches Lexikon», o. J.)
Um einer kritischen Reaktion vorauszukommen wurden von der Presta und der Regierung zwei Garantien gegeben. Erstens soll der Kreis der Abnehmer eng begrenzt bleiben. Gemeint sind die Schweiz und NATO Staaten. Zweitens berufen sich Presta und Regierung auf die strikte schweizerische Rüstungsexportpolitik, der auch liechtensteinische Rüstungsexporte unterworfen sind. (Vaterland Online 2025c)
Aber es sind genau NATO Staaten, die ihre Armeen zur imperialistischen Machtprojektion nutzen. Sei es im Nahen Osten wie 2003 im Irak oder bis vor kurzem Frankreich im Sahel. Die imperialistische Machtpolitik der USA hat sich erst in jüngster Vergangenheit, zuerst im
Sommer 2025 mit der Bombardierung des Iran und im Januar 2026 mit dem Angriff auf Venezuela gezeigt. Gleichzeitig bleiben NATO Staaten wie die USA, aber auch Deutschland Hauptzulieferer für den Apartheitstaat Israel, der im Gazastreifen einen Völkermord verübt. (Reuters, 2024)
Die schweizerischen Exportregeln haben aber so viele Löcher wie ein Schweizer Käse. Im Februar 2019 wurde bekannt, dass Handgranaten des staatlichen Rüstungskonzerns Ruag von den Vereinigten Arabischen Emiraten an Milizen im Jemen geliefert wurden. Das ist kein Einzelfall, wie ähnliche Vorfälle mit schweizerischen Handfeuerwaffen und Granaten zeigen. (International Schweiz, 2019) Dazu kommt, dass die bürgerliche Mehrheit in Bern seit Jahren versucht die Exportregeln aufzuweichen wodurch Rüstungsexporte an Länder möglich werden sollen die an bewaffneten Konflikten beteiligt sind.(«Nationalrat führt emotionale Debatte über neue Waffenexportregeln», o. J.)
Im Landtag gab es kritische Stimmen gegen die Kriegsmaterialproduktion. Gleichzeitig ist es bei den Landtagsabgeordneten bei Worten geblieben. Auch von der parlamentarischen Linken wurden keine ernsthafte Versuche unternommen um die Kriegsmaterialproduktion zu verhindern. (Vaterland Online 2025a) Wir fordern deshalb von der Freien Liste einen konsequenten Einsatz gegen die Rüstungsindustrie. Es besteht historische Präzedenz dafür, dass Liechtensteinisches Kriegsmaterial zum Töten eingesetzt wird und für Kriegsverbrechen genutzt wird. Wir müssen verhindern, dass das wieder geschieht! Wir wollen keine Kriegsopfer aus liechtensteinischer Produktion. Die Geschichte lehrt uns, dass Frieden nicht durch Waffen, sondern durch Abrüstung geschaffen wird. Wir fordern deshalb,
dass die Regierung die bestehende Produktion von Rüstungsgütern stoppt
dass ein Verbot für die Produktion für Rüstungsgüter in Liechtenstein umgesetzt wird
Quellen:
„Deutsche Autoindustrie in der Krise - niedrigster Gewinn seit 2009 | tagesschau.de“. Zugegriffen 5. Januar 2026. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/autokonzerne-gewinneinbruch-stellenabbau-100.html. Februar 2019, 8. „Schweizer Handgranaten von den Emiraten an Miliz im Jemen geliefert“. Amnesty
International Schweiz. Zugegriffen 5. Januar 2026. https://lab.amnesty.ch/de/laender/naher-osten-nordafrika/jemen/dok/2019/schweizer-handgranaten-von-den-emiraten-an-miliz-im-jemen-geliefert.
„Nationalrat führt emotionale Debatte über neue Waffenexportregeln“. Zugegriffen 5. Januar 2026. https://www.parlament.ch/de/services/news/Seiten/2025/20251202093801941194158159026_bsd053.aspx.
Reuters. „Who Are Israel’s Main Weapons Suppliers and Who Has Halted Exports?“ World. 10. Mai 2024. https://www.reuters.com/world/who-are-israels-main-weapons-suppliers-who-has-halted-exports-2024-05-09/.
„SIPRI Top 100 Arms Producers See Combined Revenues Surge as States Rush to Modernize and Expand Arsenals | SIPRI“. 1. Dezember 2025. https://www.sipri.org/media/press-release/2025/sipri-top-100-arms-producers-see-combined-revenues-surge-states-rush-modernize-and-expand-arsenals.
„ThyssenKrupp Presta AG – Historisches Lexikon“. Zugegriffen 5. Januar 2026. https://historisches-lexikon.li/ThyssenKrupp_Presta_AG.
Vaterland online. „Hat Thyssenkrupp Presta mit der Produktion von Munition begonnen? (Abo)“. 14. November 2025. https://www.vaterland.li/liechtenstein/wirtschaft/hat-thyssenkrupp-presta-mit-der-produktion-von-munition-begonnen-art-627257.
Vaterland online. „Knall bei der Presta (Abo)“. 19. September 2025. https://www.vaterland.li/liechtenstein/wirtschaft/knall-bei-der-presta-art-614381.
Vaterland online. „Presta prüft Produktion von Verteidigungsgütern (Abo)“. 20. März 2025. https://www.vaterland.li/liechtenstein/wirtschaft/presta-prueft-produktion-von-verteidigungsguetern-art-593561.
Wehrle, Claudia. „Was die Autoindustrie in Deutschland retten soll“. tagesschau.de. Zugegriffen 5. Januar 2026. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/autobranche-zukunft-102.html.